heidi 1-3-14

So war unvermerkt der Tag vergangen, und schon war die Sonne im Begriff, weit drüben hinter den Bergen hinabzugehen. Heidi saß wieder am Boden und schaute ganz still auf die Blauglöckchen und die Cystusröschen, die im goldenen Abendschein leuchteten, und alles Gras wurde wie golden angehaucht und die Felsen droben fingen an zu schimmern und zu funkeln, und auf einmal sprang Heidi auf und schrie: »Peter! Peter! Es brennt! Es brennt! Alle Berge brennen und der große Schnee drüben brennt und der Himmel. O sieh! Sieh! Der hohe Felsenberg ist ganz glühend! Oh, der schöne, feurige Schnee! Peter, sieh auf, sieh, das Feuer ist auch beim Raubvogel! Sieh doch die Felsen! Sieh die Tannen! Alles, alles ist im Feuer!«

»Es war immer so«, sagte jetzt der Peter gemütlich und schälte an seiner Rute fort, »aber es ist kein Feuer.«

»Was ist es denn?«, rief Heidi und sprang hierhin und dorthin, dass es überallhin sehe, denn es konnte gar nicht genug bekommen, so schön war’s auf allen Seiten. »Was ist es, Peter, was ist es?«, rief Heidi wieder.

»Es kommt von selbst so«, erklärte Peter.

»O sieh, sieh«, rief Heidi in großer Aufregung, »auf einmal werden sie rosenrot! Sieh den mit dem Schnee und den mit den hohen, spitzigen Felsen! Wie heißen sie, Peter?«

»Berge heißen nicht«, erwiderte dieser.

»O wie schön, sieh den rosenroten Schnee! Oh, und an den Felsen oben sind viele, viele Rosen! Oh, nun werden sie grau! Oh! Oh! Nun ist alles ausgelöscht! Nun ist alles aus, Peter!« Und Heidi setzte sich auf den Boden und sah so verstört aus, als ginge wirklich alles zu Ende.

»Es ist morgen wieder so«, erklärte Peter. »Steh auf, nun müssen wir heim.«

Die Geißen wurden herbeigepfiffen und -gerufen und die Heimfahrt angetreten.

»Ist’s alle Tage wieder so, alle Tage, wenn wir auf der Weide sind?«, fragte Heidi, begierig nach einer bejahenden Versicherung horchend, als es nun neben dem Peter die Alm hinunterstieg.

»Meistens«, gab dieser zur Antwort.

»Aber gewiss morgen wieder?«, wollte es noch wissen.

»Ja, ja, morgen schon!«, versicherte Peter.

heidi 1-3-15

Nun war Heidi wieder froh und es hatte so viele Eindrücke in sich aufgenommen und so viele Dinge gingen ihm im Sinn herum, dass es nun ganz stillschwieg, bis es bei der Almhütte ankam und den Großvater unter den Tannen sitzen sah, wo er auch eine Bank angebracht hatte und am Abend seine Geißen erwartete, die von dieser Seite herunterkämen. Heidi sprang gleich auf ihn zu und Schwänli und Bärli hinter ihm drein, denn die Geißen kannten ihren Herrn und ihren Stall. Der Peter rief dem Heidi nach: »Komm dann morgen wieder! Gute Nacht!« Denn es war ihm sehr daran gelegen, dass das Heidi wiederkomme.

Da rannte das Heidi schnell wieder zurück und gab dem Peter die Hand und versicherte ihm, dass es wieder mitkomme, und dann sprang es mitten in die davonziehende Herde hinein und fasste noch einmal das Schneehöppli um den Hals und sagte vertraulich: »Schlaf wohl, Schneehöppli, und denk dran, dass ich morgen wiederkomme und dass du nie mehr so jämmerlich meckern musst.«

Das Schneehöppli schaute ganz freundlich und dankbar zu Heidi auf und sprang dann fröhlich der Herde nach.

Heidi kam unter die Tannen zurück.

»O Großvater, das war so schön!«, rief es, noch bevor es bei ihm war. »Das Feuer und die Rosen am Felsen und die blauen und gelben Blumen, und sieh, was ich hier bringe!« Und damit schüttete Heidi seinen ganzen Blumenreichtum aus dem gefalteten Schürzchen vor den Großvater hin. Aber wie sahen die armen Blümchen aus! Heidi erkannte sie nicht mehr. Es war alles wie Heu, und kein einziges Kelchlein stand mehr offen.

»O Großvater, was haben sie?«, rief Heidi ganz erschrocken aus. »So waren sie nicht, warum sehen sie so aus?«

»Die wollen draußen stehen in der Sonne und nicht ins Schürzchen hinein«, sagte der Großvater.

»Dann will ich gar keine mehr mitnehmen. Aber, Großvater, warum hat der Raubvogel so gekrächzt?«, fragte Heidi nun angelegentlich.

»Jetzt gehst du ins Wasser und ich in den Stall und hole Milch, und nachher kommen wir hinein zusammen in die Hütte und essen zu Nacht, dann sag ich dir’s.«

So wurde getan, und wie nun später Heidi auf seinem hohen Stuhl saß vor seinem Milchschüsselchen und der Großvater neben ihm, da kam das Kind gleich wieder mit seiner Frage: »Warum krächzt der Raubvogel so und schreit immer so herunter, Großvater?«

heidi 1-3-16

»Der höhnt die Leute aus dort unten, dass sie so viele zusammensitzen in den Dörfern und einander bös machen. Da höhnt er hinunter: ›Würdet ihr auseinander gehen und jedes seinen Weg und auf eine Höhe steigen wie ich, so wär’s euch wohler!‹« Der Großvater sagte diese Worte fast wild, so dass dem Heidi das Gekrächz des Raubvogels dadurch noch eindrücklicher wurde in der Erinnerung.

»Warum haben die Berge keinen Namen, Großvater?«, fragte Heidi wieder.

»Die haben Namen«, erwiderte dieser, »und wenn du mir einen so beschreiben kannst, dass ich ihn kenne, so sage ich dir, wie er heißt.«

Nun beschrieb Heidi den Felsenberg mit den zwei hohen Türmen genau so, wie es ihn gesehen hatte, und der Großvater sagte wohlgefällig: »Recht so, den kenn ich, der heißt Falknis. Hast du noch einen gesehen?«

Nun beschrieb Heidi den Berg mit dem großen Schneefeld, auf dem der ganze Schnee im Feuer gestanden hatte und dann rosenrot geworden war und dann auf einmal ganz bleich und erloschen dastand.

»Den erkenn ich auch«, sagte der Großvater, »das ist die Schesaplana; so hat es dir gefallen auf der Weide?«

Nun erzählte Heidi alles vom ganzen Tage, wie schön es gewesen, und besonders von dem Feuer am Abend, und nun sollte der Großvater auch sagen, woher es gekommen war, denn der Peter hätte nichts davon gewusst.

»Siehst du«, erklärte der Großvater, »das macht die Sonne, wenn sie den Bergen gute Nacht sagt, dann wirft sie ihnen noch ihre schönsten Strahlen zu, dass sie sie nicht vergessen, bis sie am Morgen wiederkommt.«

Das gefiel dem Heidi und es konnte fast nicht erwarten, dass wieder ein Tag komme, da es hinaufkonnte auf die Weide und wieder sehen, wie die Sonne den Bergen gute Nacht sagte. Aber erst musste es nun schlafen gehen, und es schlief auch die ganze Nacht herrlich auf seinem Heulager, und träumte von lauter schimmernden Bergen und roten Rosen darauf und mittendrin das Schneehöppli in fröhlichen Sprüngen.

heidi 1-3-2

»Willst mit auf die Weide?«, fragte der Großvater. Das war dem Heidi eben recht, es hüpfte hoch auf vor Freude.

「おまえも上の牧場まで行きたいか?」おじいさんは尋ねた。もちろんそれはハイディの望むところだった。その子は喜びのあまり飛び上がった。

»Aber erst waschen und sauber sein, sonst lacht einen die Sonne aus, wenn sie so schön glänzt da droben und sieht, dass du schwarz bist; sieh, dort ist’s für dich gerichtet.« Der Großvater zeigte auf einen großen Zuber voll Wasser, der vor der Tür in der Sonne stand. Heidi sprang hin und patschte und rieb, bis es ganz glänzend war. Unterdessen ging der Großvater in die Hütte hinein und rief dem Peter zu: »Komm hierher, Geißengeneral, und bring deinen Habersack mit.« Verwundert folgte Peter dem Ruf und streckte sein Säcklein hin, in dem er sein mageres Mittagessen bei sich trug.

「しかしその前に、体をきれいに洗いなさい。そうしないと、お日様は、とても美しく輝いているのに、おまえが真っ黒けなのをみて、笑うだろうよ。見なさい、そこにお前のために用意しておいた。」おじいさんは戸の前に置いてある水で満たされた桶を指さした。ハイディは飛び上がり、水をぱちゃぱちゃさせて体中きれいになるまでこすった。その間おじいさんは小屋に入ってペーターを呼んだ。「お前の袋をもって、こっちに来い、山羊の大将。」ペーターは呼ばれて驚き、自分の粗末な弁当を入れた袋を手に後に続いた。

»Mach auf«, befahl der Alte und steckte nun ein großes Stück Brot und ein ebenso großes Stück Käse hinein. Der Peter machte vor Erstaunen seine runden Augen so weit auf als nur möglich, denn die beiden Stücke waren wohl doppelt so groß wie die zwei, die er als eignes Mittagsmahl drinnen hatte.

「開けろ、」老人は命じて大きなパンの塊と、同じくらい大きなチーズの塊を袋に入れた。ペーターは驚いて目を開けるだけ見開いた。それは自分が昼に食べるよりどちらも二倍くらい大きかったからだ。

»So, nun kommt noch das Schüsselchen hinein«, fuhr der Öhi fort, »denn das Kind kann nicht trinken wie du, nur so von der Geiß weg, es kennt das nicht. Du melkst ihm zwei Schüsselchen voll zu Mittag, denn das Kind geht mit dir und bleibt bei dir, bis du wieder herunterkommst; gib Acht, dass es nicht über die Felsen hinunterfällt, hörst du?« –

「そうだな、お椀も入れておいてやろう、」おじさんはつけたした。「あの子はおまえみたいに飲むことはできないからな。あの子は山羊とはどういう生き物か知らんのだから、近づけないようにしろよ。あの子にはお椀に二杯のミルクを昼飯時に与えろ。あの子はおまえと一緒に行き、おまえが降りてくるまで一緒にいるから、岩からあの子が落ちないように、おまえが気を付けて見張っておくんだぞ。わかったな?」

Nun kam Heidi hereingelaufen. »Kann mich die Sonne jetzt nicht auslachen, Großvater?«, fragte es angelegentlich. Es hatte sich mit dem groben Tuch, das der Großvater neben dem Wasserzuber aufgehängt hatte, Gesicht, Hals und Arme in seinem Schrecken vor der Sonne so erstaunlich gerieben, dass es krebsrot vor dem Großvater stand. Er lachte ein wenig.

ハイディが中に走ってきた。「もうお日様は私を見て笑わないかしら、おじいさん?」その子は不安げに尋ねた。お日様が恐ろしくて、その子はおじいさんが桶の隣にかけておいた粗布で一生懸命顔や首や腕をこすったので、肌が真っ赤になっていた。おじいさんはちょっと笑った。

»Nein, nun hat sie nichts zu lachen«, bestätigte er. »Aber weißt was? Am Abend, wenn du heimkommst, da gehst du noch ganz hinein in den Zuber, wie ein Fisch; denn wenn man geht wie die Geißen, da bekommt man schwarze Füße. Jetzt könnt ihr ausziehen.«

「いや、もう笑うことはないだろうよ、」彼は請け負った。「しかし、夕方お前が家に帰ってきたら、今度は魚のように全身を桶に浸して洗わなきゃならんよ。なぜならおまえが山羊のように歩けば、お前の足はまっ黒になってしまうからな。さあ、もう行っていいよ。」


Willst mit auf die Weide? これは、略さずに書けば Willst du mit ihnen auf die Weide gehen? おまえはあいつらと一緒に上の牧場まで登るか、となるか。

einen großen Zuber この Zuber は「手桶」と訳されることもあるようだが、ハイディが魚のように全身入れるくらいの大きな桶なのだろう。

angelegentlich 熱心に、痛切に、或いは一大事であるかのように、とでも訳すか。

heidi 1-3-1

Auf der Weide

牧場で

Heidi erwachte am frühen Morgen an einem lauten Pfiff, und als es die Augen aufschlug, kam ein goldener Schein durch das runde Loch hereingeflossen auf sein Lager und auf das Heu daneben, dass alles golden leuchtete ringsherum. Heidi schaute erstaunt um sich und wusste durchaus nicht, wo es war. Aber nun hörte es draußen des Großvaters tiefe Stimme, und jetzt kam ihm alles in den Sinn: Woher es gekommen war und dass es nun auf der Alm beim Großvater sei, nicht mehr bei der alten Ursel, die fast nichts mehr hörte und meistens fror, so dass sie immer am Küchenfenster oder am Stubenofen gesessen hatte, wo dann auch Heidi hatte verweilen müssen oder doch ganz in der Nähe, damit die Alte sehen konnte, wo es war, weil sie es nicht hören konnte. Da war es dem Heidi manchmal zu eng drinnen, und es wäre lieber hinausgelaufen. So war es sehr froh, als es in der neuen Behausung erwachte und sich erinnerte, wie viel Neues es gestern gesehen hatte und was es heute wieder alles sehen könnte, vor allem das Schwänli und das Bärli. Heidi sprang eilig aus seinem Bett und hatte in wenig Minuten alles wieder angelegt, was es gestern getragen hatte, denn es war sehr wenig. Nun stieg es die Leiter hinunter und sprang vor die Hütte hinaus. Da stand schon der Geißenpeter mit seiner Schar, und der Großvater brachte eben Schwänli und Bärli aus dem Stall herbei, dass sie sich der Gesellschaft anschlossen. Heidi lief ihm entgegen, um ihm und den Geißen guten Tag zu sagen.

ハイディは朝早く、大きな口笛の音に目を覚ました。目を開くと丸い明かり窓から黄金の光がベッドや傍らの干し草の上に差し込んで、すべてが黄金色に光っていた。ハイディは驚いてあたりを見回し、自分がいったいどこにいるのかわからなかった。だがおじいさんの太く低い声が外から聞こえてくると、ハイディはすべてを思い出した。自分がどこから来て、おじいさんと山の上の牧場に住んでいて、もうウルゼルばあさんのところに預けられてはいないということを。そのおばあさんはほとんど耳が聞こえず寒がりでいつも調理場の窓か居間の暖炉のそばにいて、耳が聞こえないから、ハイディがどこにいるか目でみてわかるようにその子をいつも自分の目の届く範囲にいさせた。ハイディにとってそこはあまりにも狭苦しすぎて、しばしば外に飛び出してしまいたくなった。なので、その子は新しい家で目を覚まし、昨日どれほどたくさんの新しいことを経験し、今日もまた見ることができるということが、特にシュヴェンリとベルリに会えることがとてもうれしかった。ハイディは急いでベッドから飛び起きて、昨日着ていた服に着替えたが、大して着込むわけではないので数分で済んだ。それからその子はハシゴを急いで駆け下りて、小屋の前へ飛び出した。そこにはペーターが山羊の群れを連れてきていて、ちょうどおじいさんがシュヴェンリとベルリを家畜小屋から連れ出してペーターに預けるところだった。ハイディはペーターと彼の山羊たちのところへ行き、挨拶した。

heidi 1-2-12

Heidi gehorchte und kam gleich wieder. Nun melkte der Großvater gleich von der Weißen das Schüsselchen voll und schnitt ein Stück Brot ab und sagte: »Nun iss und dann geh hinauf und schlaf! Die Base Dete hat noch ein Bündelchen abgelegt für dich, da seien Hemdlein und so etwas darin, das liegt unten im Kasten, wenn du’s brauchst; ich muss nun mit den Geißen hinein, so schlaf wohl!«

ハイディはその言葉に従い、すぐに戻ってきた。おじいさんはそこで山羊の白い乳を搾ってお椀を満たし、またパンを一切れちぎって「さあこれを食べたら二階にあがって寝なさい!デーテおばさんが置いて行ったおまえのシャツやらなにやらは物置の中にしまってあるから、必要ならそれに着替えなさい。ワシはいまから山羊の世話をしなきゃならん。さあ、ぐっすりと寝なさい!」

»Gut Nacht, Großvater! Gut Nacht – wie heißen sie, Großvater, wie heißen sie?«, rief das Kind und lief dem verschwindenden Alten und den Geißen nach.

「おやすみなさい、おじいさん、おやすみ。その子たちの名前はなんというの。なんという名前?」その子は立ち去ろうとする老人と山羊たちの後を追いかけた。

»Die Weiße heißt Schwänli und die Braune Bärli«, gab der Großvater zurück.

「白いやつはシュヴェンリ、茶色いやつはベルリ。」おじいさんは答えた。

»Gut Nacht, Schwänli, gut Nacht, Bärli!«, rief nun Heidi noch mit Macht, denn eben verschwanden beide in den Stall hinein. Nun setzte sich Heidi noch auf die Bank und aß sein Brot und trank seine Milch; aber der starke Wind wehte es fast von seinem Sitz herunter; so machte es schnell fertig, ging dann hinein und stieg zu seinem Bett hinauf, in dem es auch gleich nachher so fest und herrlich schlief, als nur einer im schönsten Fürstenbett schlafen konnte. Nicht lange nachher, noch eh es völlig dunkel war, legte auch der Großvater sich auf sein Lager, denn am Morgen war er immer schon mit der Sonne wieder draußen, und die kam sehr früh über die Berge hereingestiegen in dieser Sommerszeit. In der Nacht kam der Wind so gewaltig, dass bei seinen Stößen die ganze Hütte erzitterte und es in allen Balken krachte; durch den Schornstein heulte und ächzte es wie Jammerstimmen, und in den alten Tannen draußen tobte es mit solcher Wut, dass hier und da ein Ast niederkrachte. Mitten in der Nacht stand der Großvater auf und sagte halblaut vor sich hin: »Es wird sich wohl fürchten.« Er stieg die Leiter hinauf und trat an Heidis Lager heran. Der Mond draußen stand einmal hell leuchtend am Himmel, dann fuhren wieder die jagenden Wolken darüber hin und alles wurde dunkel. Jetzt kam der Mondschein eben leuchtend durch die runde Öffnung herein und fiel gerade auf Heidis Lager. Es hatte sich feuerrote Backen erschlafen unter seiner schweren Decke, und ruhig und friedlich lag es auf seinem runden Ärmchen und träumte von etwas Erfreulichem, denn sein Gesichtchen sah ganz wohlgemut aus. Der Großvater schaute so lange auf das friedlich schlafende Kind, bis der Mond wieder hinter die Wolken trat und es dunkel wurde, dann kehrte er auf sein Lager zurück.

「おやすみ、シュヴェンリ、おやすみ、ベルリ。」家畜小屋の中へ入っていく山羊たちにハイディは叫んだ。そしてハイディはベンチに腰掛けてパンを食べミルクを飲んだ。しかし強い風がパンやお椀を吹き飛ばしそうだったので、急いで食べ終えて、小屋の中に入り、二階に上ってベッドに入った。それからその中でその子は、王侯貴族になったような気分でぐっすりと気持ちよく眠った。しばらくして、まったく暗くなってしまうよりも前に、おじいさんもベッドに横たわった。というのは、彼はいつも日が昇とともに起き、夏は夜がとても短いからだった。夜の間風がとても強く吹き、小屋を揺らし、梁をきしませた。まるで悲痛な叫び声が煙突を通してうなり吠えているようだった。外ではもみの大木が怒り狂ってあちこちに枝をまき散らしていた。深夜、おじいさんは目をさまして、ひとりごちた。「あの子は怖がっているにちがいない。」彼ははしごを登ってハイディのベッドに近寄った。窓の外で月が煌々と照っていたかと思うと、雲がたちまち夜空を覆ってすべては再び真っ暗になった。月の光は丸い明かり窓からじかにハイディのベッドの上を照らしていた。その子は燃えるように赤く頬を染めて重いかけぶとんの下で眠っていた。静かに安心して丸く小さな腕の上に体を横たえ、何か楽しい夢を見ているかのようにとても幸せそうに笑っていた。おじいさんは、雲がまた月の光を遮って再び暗くなってしまうまで、その子がとても気持ちよさそうに眠っているのを眺めて、それから自分のベッドに戻った。

During the night the wind came so violently that the whole hut shook when it blew and all the beams cracked; it howled and groaned like voices of wailing down the chimney, and in the old fir trees outside it raged with such fury that here and there a branch fell down. In the middle of the night Grandfather got up and said under his breath: “It must be afraid.” He climbed up the ladder and approached Heidi’s bed. The moon outside once shone brightly in the sky, then the chasing clouds passed over it again and everything became dark. The moonlight just came in through the round opening and fell straight onto Heidi’s bed. It had slept fiery red cheeks under its heavy blanket, and it lay quietly and peacefully on its round little arms and dreamed of something pleasant, for its little face looked very happy. The grandfather looked at the peacefully sleeping child until the moon stepped behind the clouds again and it got dark, then he returned to his bed.


Schwänli 直訳すれば、Schwan(白鳥) + li(小さな、幼いという意味の接尾語)なので、白鳥っ子 とでもなるか。また Bärli は Bar(熊) + li なので熊っ子とでも訳すか。ここでは敢えて訳さず、シュヴェンリ、ベルリと訳した。

-chen、-li はヨハンナが良く使う、どちらも小さなという意味の接尾語。

heidi 1-2-11

So kam der Abend heran. Es fing stärker an zu rauschen in den alten Tannen, ein mächtiger Wind fuhr daher und sauste und brauste durch die dichten Wipfel. Das tönte dem Heidi so schön in die Ohren und ins Herz hinein, dass es ganz fröhlich darüber wurde und hüpfte und sprang unter den Tannen umher, als hätte es eine unerhörte Freude erlebt. Der Großvater stand unter der Schopftür und schaute dem Kind zu. Jetzt ertönte ein schriller Pfiff. Heidi hielt an in seinen Sprüngen, der Großvater trat heraus. Von oben herunter kam es gesprungen, Geiß um Geiß, wie eine Jagd, und mittendrin der Peter. Mit einem Freudenruf schoss Heidi mitten in das Rudel hinein und begrüßte die alten Freunde von heute Morgen einen um den anderen. Bei der Hütte angekommen, stand alles still, und aus der Herde heraus kamen zwei schöne, schlanke Geißen, eine weiße und eine braune, auf den Großvater zu und leckten seine Hände, denn er hielt ein wenig Salz darin, wie er jeden Abend zum Empfang seiner zwei Tierlein tat. Der Peter verschwand mit seiner Schar. Heidi streichelte zärtlich die eine und dann die andere von den Geißen und sprang um sie herum, um sie von der anderen Seite auch zu streicheln, und war ganz Glück und Freude über die Tierchen. »Sind sie unser, Großvater? Sind sie beide unser? Kommen sie in den Stall? Bleiben sie immer bei uns?«, so fragte Heidi hintereinander in seinem Vergnügen, und der Großvater konnte kaum sein stetiges »Ja, ja!« zwischen die eine und die andere Frage hineinbringen. Als die Geißen ihr Salz aufgeleckt hatten, sagte der Alte: »Geh und hol dein Schüsselchen heraus und das Brot.«

日が暮れて、風が強くなって、もみの大木の太く茂った梢をより激しく揺さぶり、鳴らし始めた。ハイディの耳と心にとってその音はとても美しく感じ、とても幸せな気持ちになって、信じられない喜びを経験して、もみの木の下を飛び跳ねた。おじいさんは納屋の戸口に立って、その子を見ていた。そのとき甲高い口笛が聞こえた。ハイディは飛び跳ねるのをやめ、おじいさんは外へでてきた。山の上から山羊たちが狩りをしているかのように次々に下りてきて、その群れの真ん中にはペーターがいた。ハイディは喜び勇んでその群れの中へ突進し、今朝初めて出会った山羊たちの一匹一匹にまるで古くからの友だちのように挨拶した。山小屋のそばまで来ると山羊たちはみな立ち止まり、その群れの中から二匹の美しい、一匹は白く、もう一匹は茶色の、ほっそりとした山羊が進み出ておじいさんの手を舐めた。というのは彼は夕方二匹が帰ってくるとそれらに手に塩を持って舐めさせるからだった。ペーターは山羊の群れと一緒にいなくなった。ハイディはやさしくその二匹の山羊の一匹、そしてもう一匹をなでて、山羊たちの周りを飛び回り、また別の側から山羊をなでて、その小さな獣たちがとてもうれしくたのしかった。「この子たちは私たちの山羊なの、おじいさん?二匹ともわたしたちの?あの家畜小屋に泊まるの?この子たちはいつも私たちと一緒にいるの?」ハイディがあまりにも絶え間なく矢継ぎ早に質問するので、おじいさんは時折「そうだよ」「そうそう」と返事をするほかなかった。山羊たちが塩をなめ終わると老人は言った、「おまえのお椀とパンを持ってきなさい。」

heidi 1-2-10

»Was ist das, Heidi?«, fragte der Großvater.

「何だかわかるか、ハイディ?」おじいさんは尋ねた。

»Das ist mein Stuhl, weil er so hoch ist; auf einmal war er fertig«, sagte das Kind, noch in tiefem Erstaunen und Bewunderung.

「私の椅子ね、だってとても背が高いもの。あっという間にできちゃったわね、」その子はとても驚き感心して言った。

»Es weiß, was es sieht, es hat die Augen am rechten Ort«, bemerkte der Großvater vor sich hin, als er nun um die Hütte herumging und hier einen Nagel einschlug und dort einen und dann an der Tür etwas zu befestigen hatte und so mit Hammer und Nägeln und Holzstücken von einem Ort zum anderen wanderte und immer etwas ausbesserte oder wegschlug, je nach dem Bedürfnis. Heidi ging Schritt für Schritt hinter ihm her und schaute ihm unverwandt mit der größten Aufmerksamkeit zu, und alles, was da vorging, war ihm sehr kurzweilig anzusehen.

「あの子にはちゃんとものを見る目がついているようだ、」とおじいさんは判断した。彼はそれから小屋の周囲を調べ、必要に応じて、戸や板きれなどあちこちにハンマーで釘を打ったり、修繕したり取り除いたりした。ハイディは大いに興味深げに一歩一歩彼の後をついて回り、とても面白がっているようすだった。


ausbessern 修繕する。

wegschlagen 叩いて削除する。

heidi 1-2-9

»Gefällt dir die Milch?«, fragte der Großvater.

「ミルクが気に入ったようだな?」おじいさんは訊いた。

»Ich habe noch gar nie so gute Milch getrunken«, antwortete Heidi.

「私、こんなにおいしいミルクを飲んだことはないわ、」ハイディは答えた。

»So musst du mehr haben«, und der Großvater füllte das Schüsselchen noch einmal bis oben hin und stellte es vor das Kind, das vergnüglich in sein Brot biss, nachdem es von dem weichen Käse darauf gestrichen, denn der war, so gebraten, weich wie Butter, und das schmeckte ganz kräftig zusammen, und zwischendurch trank es seine Milch und sah sehr vergnüglich aus. Als nun das Essen zu Ende war, ging der Großvater in den Geißenstall hinaus und hatte da allerhand in Ordnung zu bringen, und Heidi sah ihm aufmerksam zu, wie er erst mit dem Besen säuberte, dann frische Streu legte, dass die Tierchen darauf schlafen konnten; wie er dann nach dem Schöpfchen ging nebenan und hier runde Stöcke zurechtschnitt und an einem Brett herumhackte und Löcher hineinbohrte und dann die runden Stöcke hineinsteckte und aufstellte; da war es auf einmal ein Stuhl, wie der vom Großvater, nur viel höher, und Heidi staunte das Werk an, sprachlos vor Verwunderung.

「じゃあもっと飲みなさい、」そう言っておじいさんはお椀の縁までまたミルクを満たし子の前に置いた。その子はうれしそうに、バターのように柔らかくなるまで炙られたチーズをパンの上に塗ったあと、そのパンをミルクに浸した。ミルクとチーズの味が溶け合ってとてもおいしかった。その子はミルクを飲んでいる間とても幸せそうに見えた。食事が終わるとおじいさんは山羊小屋へ行き、いろんな片付けをした。彼がまずホウキできれいに掃き清めて、それから小さな獣たちが寝られるようにベッドを敷くのを熱心に見入った。それから彼は隣の納屋へ行って丸い棒を切り、板の角を丸く削り穴を開けて、丸い棒を板にはめて、それを立てた。たちまちにしてそれは、おじいさんの椅子と同じような形をした、それよりもっと背の高い椅子になった。ハイディはその作業を驚きの余り無言で見つめていた。

heidi 1-2-8

»So, das ist recht, dass du selbst etwas ausdenkst«, sagte der Großvater und legte den Braten auf das Brot als Unterlage; »aber es fehlt noch etwas auf dem Tisch.«

「ふむ。そんなふうにおまえ自身、気を利かせて動くのは良いことだ、」おじいさんはそう言って、パンの上にチーズを載せた。「しかしテーブルにはまだ足りないものがあるぞ。」

Heidi sah, wie einladend es aus dem Topf hervordampfte, und sprang schnell wieder an den Schrank. Da stand aber nur ein einziges Schüsselchen. Heidi war nicht lang in Verlegenheit, dort hinten standen zwei Gläser; augenblicklich kam das Kind zurück und stellte Schüsselchen und Glas auf den Tisch.

ハイディはミルクポットから湯気が立つのを見ると、飛び上がって、また物置へ行った。しかしそこにはお椀が一つしかなかった。しかしハイディは長い間思案にくれてはいなかった。物置には二つのグラスがあった。そこでハイディはお椀を一つとグラスを一つ取ってテーブルに戻った。

»Recht so; du weißt dir zu helfen; aber wo willst du sitzen?« Auf dem einzigen Stuhl saß der Großvater selbst. Heidi schoss pfeilschnell zum Herd hin, brachte den kleinen Dreifuß zurück und setzte sich drauf.

「よかろう。おまえは自分の役立て方を知っているようだ。しかしおまえはどこに座る?」たった一つある椅子にはおじいさん自身が座っていた。ハイディは走ってかまどの前にあった三本足の椅子を取ってきて、それに座った。

»Einen Sitz hast du wenigstens, das ist wahr, nur ein wenig weit unten«, sagte der Großvater; »aber von meinem Stuhl wärst auch zu kurz, auf den Tisch zu langen; jetzt musst aber einmal etwas haben, so komm!« Damit stand er auf, füllte das Schüsselchen mit Milch, stellte es auf den Stuhl und rückte den ganz nah an den Dreifuß hin, so dass das Heidi nun einen Tisch vor sich hatte. Der Großvater legte ein großes Stück Brot und ein Stück von dem goldenen Käse darauf und sagte: »Jetzt iss!« Er selbst setzte sich nun auf die Ecke des Tisches und begann sein Mittagsmahl. Heidi ergriff sein Schüsselchen und trank und trank ohne Aufenthalt, denn der ganze Durst seiner langen Reise war ihm wieder aufgestiegen. Jetzt tat es einen langen Atemzug – denn im Eifer des Trinkens hatte es lange den Atem nicht holen können – und stellte sein Schüsselchen hin.

「確かにおまえがそれに座ることもできようが、ちょっと低すぎるようだ、」おじいさんは言った。「しかしおまえがワシの椅子に座ったとしても、おまえの背丈ではテーブルに届くまい。よろしい、ではおまえにはこうしてやろう。」そう言って彼は立ち上がり、お椀をミルクで満たし、それを自分の椅子に載せて、ハイディがテーブル代わりに使えるようにその椅子を三本足の椅子のすぐそばに押しやった。おじいさんは大きなパンの固まりを取り、金色のチーズを載せて「さあ食べよう!」と言った。彼自身はテーブルの端に腰掛けて午後の食事をした。ハイディは休む間もなくお椀からミルクを飲んだ。長い旅路の後で、喉がとても渇いていたからだ。そして、余りにも一気にミルクを飲んだせいで、長いため息をついてから、お椀を下ろした。


アルムおじさんはかまど(Herd)に掛かっていた大きな鍋(Kessel)をどかし小さな鍋(Topf)をかけて沸騰させた(Im Kessel fing es an zu sieden)のだが、何を沸騰させたのかは書かれていない。状況的にはミルクだろう。ミルクが温まって湯気が立つのを見てハイディは飛び上がって物置にそのミルクを入れるお椀(Schüsselchen。直訳すれば小さなお椀)を取りに行った。またここでは山羊の乳、などとは書かれておらず単に Milch と書かれている。

思うに、大きな鍋も小さな鍋も山羊の乳を温めるためのものだが、大きな鍋は乳を温めてチーズを作るためのもので、小さな鍋は乳を温めてそのまま飲むためのものではなかろうか。Topf は深鍋、Milchtopf はミルクポットという意味がある。なので、スイス人あるいはドイツ語話者には Topf と言っただけでミルクを温めたということがわかるのではないか。

山小屋にはミルクを保管しておく冷蔵庫も無いわけだから(おそらくそれどころかトイレも無い)、ミルクを温めるのは、煮沸殺菌の意味があるのかもしれない。

du weißt dir zu helfen 面白い表現。ここで dir は du の3格ではなく、再帰代名詞 (yourself) であろう。3人称だと er weiß sich zu helfen などと言うのではなかろうか。英語で言えば you know what you can do 、直訳すれば you know yourself to help とかか。